Japanaustausch 2025/26
Peer Fischer:
„Jeder, der über die finanziellen und logistischen Möglichkeiten verfügt, sollte daran teilnehmen“. Das war das Fazit, welches Peer für einen Japanaustausch mitnahm. Der Flug war reibungslos, die Gastfamilie sehr freundlich und die Schüler offen. So kann man sich einen groben Überblick über Peers Meinung vorstellen, aber das bietet natürlich nur einen sehr kurzen Einblick.
Empfehlen würde Peer jedem, an so einem Japanaustausch teilzunehmen, obwohl es ein paar kleine Probleme gab. Auch wenn eine bessere Kommunikation einiges hätte vereinfachen können, so versuchte die Gastfamilie stets, ihm alles zu zeigen, was sie ermöglichen konnte.
Man kann nie ein ganzes Land in so begrenzter Zeit sehen, wie es Einheimische können, aber gerade mit dem Schulaufwand gingen einige Aspekte Japans unter. Ein Beispiel wäre das eher ländlichere Japan, jedoch war auch schon Tokio viel, um es zu erkunden in der gegebenen Zeit. Besonders der Stadtteil Yokohama gefiel Peer am meisten. Man habe immer nur Shibuya im Kopf mit den großen Tafeln und den riesigen Menschenmassen, aber Yokohama ist deutlich naturbelassener, menschenleerer und doch modern.
Auch die Schule war überwältigend. Die Schüler nahmen ihn schnell auf und schon an Tag eins war er mit anderen Austauschschülern essen. Während deren Klassenfahrt, an der man teilnehmen konnte, bestiegen sie zusammen den Mount Tanzawa (1500 Höhenmeter) bei teilweise 6°C und Regen. Gerade die Aussicht und die Klassengemeinschaft blieben ihm vom Ausflug im Kopf.
Während der Schule war aber einiges anders als hier. Ein Grund dafür ist unter anderem das 12 Jahre System, weshalb das Niveau deren 10. Jahrgangs eher mit dem unserer gymnasialen Oberstufe vergleichbar ist. Außerdem ist der erwartete Respekt gegenüber den Lehrkräften deutlich höher als hier bei uns. Auch der Schulstundenanzahl in der Auslandsschule war bemerkenswert höher, ca. 36 bis 38 Schulstunden, ohne dass man noch AGs nebenbei hat, was schon so viel Zeit brauchte.
Zusätzlich - und das ist sein größter Kritikpunkt - musste man den Leistungsstand unserer Schule mitverfolgen. Und auch wenn die Teilnahme am Unterricht in Japan nicht benotet wurde, so musste man doch die Klassenarbeiten mitschreiben und mit Anwesenheit glänzen.
Außerdem gebe es natürlich kulturelle Unterschiede, beschrieb Peer. In der Öffentlichkeit könne man drei Sachen besonders feststellen: Mit gutem Englisch könne man weit kommen und klassische Regeln wie der normale Laufweg, würden sehr ernst genommen. So bleibe man immer nur auf der linken Seite stehen und nur rechts laufe man, auch wenn die andere Treppe komplett frei und die “vorgeschriebene” blockiert sei, nehme man trotzdem die “vorgeschriebene” Treppe.
Im Allgemeinen stehe in Japan der Respekt vor einer anderen Person und deren Achtung an sehr hoher Stelle, und so gelten schon Kleinigkeiten wie das direkte Anschauen des Gegenübers als unhöflich.
Auch, wenn es nicht möglich ist, alle Eindrücke aus vollständigen sechs Wochen zusammenzustellen, so sollte dies ein guter Gesamteindruck sein, den alle Leser mitnehmen können.